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Die Musik

Arnos-haendeIst es nicht ein Widerspruch in sich, Musik herzustellen, die die Stille zum Thema hat? Ist der Klang des Sees, des Flusses, des Waldes nicht Musik genug? Ist Stille nicht Musik genug? Die Antwort auf diese Fragen lautet wahrscheinlich JA! Der Theosoph und spirituelle Lehrer Jiddu Krishnamurti sagte: “Nur weil wir den Kontakt mit der Natur verloren haben, nehmen Malerei, Museen und Konzerte so einen wichtigen Platz ein.” Dieser Satz könnte mich irgendwann dazu bewegen, meine musikalische Arbeit einzustellen. Aber soweit ist es noch nicht.

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Vorerst interessiert mich die Verbindung zwischen Natur und Musik, das Verweben natürlicher und synthetischer Klänge. Meine Musik wird dabei zusehens intuitiver, sparsamer, langsamer. Sie entwickelt sich von der Tonspur zum Klangbild, vom Ablauf zum Zustand. Vielleicht lieferte Brian Enos Idee der AmbientMusic schon vor vielen Jahren die Initialzündung für die Quiet Places Serie.

In den letzten 20 Jahren habe ich wahrscheinlich keinen Tag ohne Musik verbracht: Gehört, produziert, Regler am Mischpult geschoben, Software Synthesizer programmiert oder eher intuitiv an ihnen herum geschraubt. Immer auf der Suche nach Sound, nach Ohrenfutter. Die auf dieser Seite vorgestellten Alben markieren den Höhepunkt und vielleicht auch den vorläufigen Endpunkt einer Lebensphase, in der ich die Musik liebte, aber auch die Stille entdeckte.

Seit ich die Lebensmitte erreicht habe, suche ich immer öfter Orte auf, an denen das Leben weniger tönt, an denen es sich ruhiger, leiser und langsamer abspielt. Ich bin froh, nur vor die Tür treten zu müssen, um diese Orte in wenigen Minuten zu erreichen: Stadtteilparks, Seen und nicht zuletzt die Ufer der Pader, des kürzesten Flusses Deutschlands, an dem ich lebe, gehören dazu. Häufiger begleitet mich in letzter Zeit ein digitales Aufnahmegerät, mit dem ich die natürlichen O-Töne der QuietPlaces einfange, um sie dann musikalisch weiter zu verarbeiten.